Gibt es säurefreien Kaffee?

Kunden fragen uns häufig, ob wir säurefreie italienische Kaffeebohnen anbieten. Die Intensionen zu dieser Frage sind verschieden. Die Kunden wählen in der Regel einen Kaffee, der folgende Eigenschaften hat:

  • Der italienische Kaffee soll nicht bitter schmecken
  • Der Espresso soll gut verträglich sein
  • Die Milch soll nicht ausflocken

Wir fragen unseren Ottolina Kaffee Röstmeister in Mailand.

Carlo, gibt es einen säurefreien Kaffee oder einen Kaffee mit sehr wenig Säure?

Carlo, der Ottolina Röstmeister aus Mailand

Seine Antwort fällt eindeutig aus:

Was meinst du mit „säurefreiem Kaffee“? Säure ist einer der Bestandteile eines jeden Kaffeearomas. Es kann stärker oder schwächer sein, abhängig von der Kaffee Mischung, dem Rösten und der Extraktion. Es kann auch davon abhängen, welche Person den Kaffee probiert und wie dieser Mensch die Qualität wahrnimmt. Tatsächlich gibt es keinen „säurefreien Kaffee“. Als Richtlinie gilt: Je mehr Arabica in einer Mischung enthalten ist, desto saurer wird das Aroma. Eine Präferenz von Robusta, obwohl sie weniger sauer ist, würde mit Sicherheit Bitterkeit hervorrufen. Es gibt auch viele Menschen, die sich des Unterschieds zwischen Bitterkeit und Säure nicht bewusst sind. Ich denke, der fragende Kunde wird einer von ihnen sein.

Ich hoffe das war nützlich, Ciao, Carlo.

Wie kommt die Säure in den Kaffee?

Die Säure steckt in der Kaffeebohne. Also ist diese von Anfang an da. Genau genommen heisst die Kaffeesäure Chlorogensäure und es sind noch Zitronen- und Apfelsäuren im Kaffee enthalten. Diese werden mit dem Röstvorgang bis auf einen gewissen Teil abgebaut. Beim Rösten entsteht weitere Säure, nämlich die Essigsäure. Die Kaffeesäure (Chlorogensäure) kommt in weiteren Heilpflanzen wie der Artischocke, Baldrian, Brennnessel und Johanniskraut vor. Alle diese Säuren sind somit biologischer Herkunft In diesem Artikel steht eine ganze Menge über die Chlorogensäure. Kaffee muss sauer sein, sonst schmeckt er nicht. Saurer Kaffee hat nichts mit einem bitteren Geschmack zu tun. Das wird häufig verwechselt. Wein, diverse Fruchtsäfte und Cola haben im übrigen mehr Säure als Kaffee.

Gibt es also säurefreien Kaffee?

Nein. Aber es gibt Kaffeegetränke wie unseren beliebten Espresso, der mal mehr und mal weniger viel Säure enthält. Entweder durch einen schonenden Röstprozess oder die perfekte Arbeit des Barista. Wir fragten unseren Barista Davide nach der Kaffeesäure. Er ist der Meinung die richtige Mischung und ein feinerer Mahlgrad reduziert die Säure im Kaffee erheblich. Ist die Maschine zu heiss oder wird der gemahlene italienische Kaffee falsch getampert, ist der Espresso ruiniert. Tampern wird das Andrücken des Kaffees im Siebträger genannt. Ein weiterer Rat ist Kaffee nicht zu lange warm zu halten. Dadurch entstehen weitere Säuren. Ein weiterer Aspekt eines sehr guten italienischen Kaffees ist die Qualität des Brühwassers.

Davide der Barista vom Ottolina Café in Würzburg

Kleiner Tipp von Davide! Schmeckt Espresso oder Kaffee zu sauer oder zu bitter, liegt dies oft an der Mahlgrad-Einstellung. Ist der Kaffee zu sauer, wird der Mahlgrad feiner eingestellt. Ist der Kaffee zu bitter, wird der Mahlgrad gröber eingestellt.

Die Lösung ist säurearmer Kaffee.

Schauen wir uns also säurearmen Kaffee an. An jedem unserer Ottolina Kaffees geben wir den Säuregrad mit an. Ein guter von SOttolina Classica. Dieser ist auch in der Gastronomie sehr beliebt. Wer einen magenschonenden italienischen Kaffee such, dem sei unser Decaffinato empfohlen. Unser entkoffeinierter italienischer Kaffee. In Kürze werden wir auch unseren italienischen Ginseng-Kaffee und den Orzo (Kaffee aus Gerste) im Handel anbieten.

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen